Unsere Mitarbeitenden tragen seit 2018 Berufsbekleidung von workfashion. Der Schweizer Hersteller von Berufsbekleidung überzeugte uns, weil er die Kollektion flexibel nach unseren Bedürfnissen entworfen hat. Zudem setzt workfashion von der Materialauswahl über die Produktionsstandorte bis hin zu menschenwürdigen Arbeitsbedingungen konsequent auf Nachhaltigkeit. Diane Gerth, Leiterin Nachhaltigkeit, Produktmanagement und Marketing, erzählt uns im Interview, wie sehr hochwertige und strapazierfähige Stoffe den Arbeitsalltag erleichtern.
Welche Materialien verwendet ihr für eure Berufskleidung, und wie stellt ihr sicher, dass diese umweltfreundlich und menschenwürdig produziert wird?
Diane Gerth: Wir verwenden grundsätzlich Stoffe, die je nach Einsatzbereich für den Berufsalltag optimal geeignet und langlebig sind. Das heisst zum einen, sie müssen angenehm für den Mitarbeitenden sein, was Tragekomfort und Funktion betrifft. Zum anderen zählt für euch als Unternehmung ein langer Trageeinsatz. Wo es möglich ist und ein Stoff diese Kriterien erfüllt, setzen wir zunehmend zertifizierte Bio-Baumwolle und recycelte Polyester ein. Unser gesamtes Design und die Entwicklung unserer workfashion-Modelle finden in der Schweiz statt. Alle unsere Stoffe und Zutaten wie zum Beispiel Knöpfe oder Reissverschlüsse sind nach Ökotex 100 zertifiziert und kommen zu 99 Prozent aus Europa. Wir produzieren ausschliesslich in Europa und minimieren so den gesamten CO2 -Fussabdruck
Wie flexibel seid ihr bei Sonderanfertigungen oder individuellen Anpassungen, zum Beispiel beim Firmenlogo, in der Passform oder den Farben?
Diane Gerth: Grundsätzlich erfüllen wir fast alle Wünsche, was Corporate-Farben, gestickte oder gedruckte Logos betrifft – je nach Modell ab 40 oder 100 Stück. Bei unseren nachhaltigen workfashion-Lagerprodukten können wir die Modelle bereits bei einer Bestellung ab einem Stück wunschgemäss mit Druck, Stickerei oder Namenssujets individualisieren.
«Ich finde, die Stoffe sind sehr bequem und trotzdem robust. Auch nach einem langen Arbeitstag fühle ich mich darin noch richtig wohl.»
Kevin Boss, Zusteller
Welche Qualitätsstandards oder Zertifizierungen erfüllen eure Produkte – und wie kontrolliert ihr regelmässig deren Einhaltung?
Diane Gerth: Als Mitglied von Sustainable Textiles Standard 2030 sind wir verpflichtet, unseren Beitrag zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele, den SDGs, im Schweizer Textil- und Bekleidungssektor entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu leisten. Wir halten unsere Qualitätsstandards in allen Prozessschritten ein – von der Produktion in Europa über die Auslieferung an workfashion bis zur Anlieferung bei unseren Kunden. Regelmässige Audits überprüfen unsere nachhaltigen Standards BSCI, Amfori und Fair Wear in den Produktionen. Wir sind bei workfashion entsprechend nach ISO 9001 & ISO 14001 zertifiziert.
«Die Stoffe sind richtig strapazierfähig und bieten uns viel Bewegungsfreiheit, das ist wichtig für mich als Zusteller.»
Thomas Frick, Zusteller
Wie gewährleistet ihr, dass eure Berufskleidung auch bei häufiger Nutzung und nach regelmässigen Maschinenwäschen ihre Form, Farbe und Funktion behält?
Diane Gerth: Meist verwenden wir Mischgewebe, wie zum Beispiel Polyester- und Baumwoll-Mischungen. Die Chemiefaser Polyester garantiert langlebigen Trage-Einsatz und bleibt formbeständig, während die Naturfaser Baumwolle dafür sorgt, dass sich die Stoffe auch auf der Haut gut anfühlen. Wir legen auch grossen Wert auf einen Tragetest bei unseren Kunden. So können wir herausfinden, wie sich die Bekleidung am Arbeitsplatz bewährt und welche Stoffe und Passformen bei den verschiedenen Tätigkeiten funktionieren. Bei einem Tragetest beziehen wir den gesamten Waschprozess mit ein, je nachdem ob die Mitarbeitenden selbst zu Hause waschen oder ob das Unternehmen einen Dienstleister beauftragt. So können wir gemeinsam mit unseren Kunden alle Modelle analysieren und die richtige Wahl für einen langlebigen Einsatz gewährleisten. Das ist uns sehr wichtig, denn so verbrauchen wir gemeinsam – die Liechtensteinische Post und workfashion – weniger Ressourcen, minimieren massiv den CO2 -Fussabdruck und sind insgesamt nachhaltiger.
Bietet ihr Reparatur-, Recycling- oder Rücknahmeprogramme an, um die Lebensdauer eurer Produkte zu verlängern und Abfall zu reduzieren?
Diane Gerth: Ja, wir bieten für unsere Kunden Reparaturservices an und unterstützen sie beim Recycling der getragenen Berufskleidung. Je nach Wunsch arbeiten wir mit Recyclingfirmen, wie etwa Tell-Tex, Texaid oder Caritas Schweiz zusammen. Zudem beraten wir unsere Kunden beim Recycling: Wir fragen, was ihnen wichtig ist, ob etwa das Logo entfernt werden soll oder ob der Kunde bereit ist, die Bekleidung nach Stoff und Bestandteilen zu trennen. So können wir ein noch effektiveres Recycling vornehmen: Das ist gut für die Umwelt, aber leider noch immer mit Kosten verbunden. Daher stehen wir unseren Kunden mit unseren Recyclingpartnern gerne zur Seite. Auch arbeiten wir mit Nicht-Regierungsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen oder Rotes Kreuz zusammen. Nach Rücksprache und Freigabe mit unseren Kunden erhalten die getragenen Berufsbekleidungen so oft ein zweites Leben auf anderen Kontinenten.
«Im Winter Kälte und Schnee, im Sommer heisse Tage, für die hohen Anforderungen bei uns in der Zustellung sind die saisonalen Outfits optimal zusammengestellt.»
Tanja Gross, Zustellerin
Diane Gerth
Leiterin Nachhaltigkeit, Produktmanagement und Marketing von workfashion